Primärstrom
Der aus dem Versorgungsnetz aufgenommene Strom (I1).
Definition
Der Primärstrom ist der Strom, den der Transformator aus dem Versorgungsnetz aufnimmt, wenn er seine Nennleistung an die Last abgibt. Er wird mit I1 bezeichnet und aus der Scheinleistung (S) und der Primärspannung (U1) berechnet: I1 = S / (U1 × √3) bei einem Drehstromtransformator oder I1 = S / U1 einphasig.
Beim Einschalten kann der Primärstrom für einige Millisekunden das 8- bis 15-fache des Nennstroms erreichen: Dies ist der Einschaltstrom (Inrush), verursacht durch die transiente Sättigung des Magnetkerns. Dieses Phänomen muss bei der Auslegung der vorgelagerten Schutzeinrichtungen (Sicherungen, Leistungsschalter mit Kennlinie D oder verzögert) berücksichtigt werden.
Im eingeschwungenen Zustand hängt der Primärstrom von der am Sekundär angeschlossenen Last ab. Ein bei 50 % Last betriebener Transformator nimmt etwa 50 % des Nenn-Primärstroms auf.
Der ABL-Tipp
Wenn Ihre Schutzeinrichtungen beim Einschalten des Transformators ohne erkennbaren Grund auslösen, ist häufig der Einschaltstrom die Ursache. ABL Transfo kann Sie zu Sanftanlauf-Einrichtungen führen oder Sie bei der Wahl der passenden Auslösekennlinie beraten.